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JPlag Plagiaterkenner gewinnt ersten Platz

JPlag Plagiaterkenner gewinnt ersten Platz
Datum: 09.11.2012 Links:
Bild JPlag

Das am KIT entwickelte Plagiatserkennungsprogramm JPlag wurde in einem internationalen Vergleich, durchgeführt von Plagiats-Expertin Prof. Dr. D. Weber-Wulff, als international bestes System zum Erkennen abgeschriebener Programmtexte ausgezeichnet. JPlag wurde ursprünglich von G. Malpohl am Lehrstuhl Tichy (Informatik) entwickelt und wird am Lst Snelting (Informatik) weiterentwickelt. Es wird jährlich auf Tausende von Studenten eingereichte Programme angewendet und auch an vielen anderen Universitäten verwendet. "Leider versuchen gerade Erstsemester immer mehr, abgeschriebene Programme einzureichen. Hinweise auf Guttenberg nützen nichts, im Gegenteil. JPlag dagegen hat allein im letzten Wintersemester über 50 Abschreiber bei den Programmier-Abschlussaufgaben entdeckt." so Prof. Snelting. JPlag vergleicht nicht einfach Text, sondern nutzt Techniken des Compilerbaus. Deshalb nutzt es nichts, wenn Abschreiber die Variablennamen ändern, Klammern verschieben, oder Kommentare umbauen. JPlag liefert eine Übersicht, die angibt wieviel Prozent Übereinstimmung zwischen je zwei geprüften Programmen festgestellt wurde. Dabei kommen interessante Machenschaften ans Licht. "Einmal entdeckten wir mit JPlag zwei fast identische Programme, doch die beiden Autoren schworen, sich nicht zu kennen. Schließlich kam heraus, dass beide das Programm von einem höheren Semester gekauft hatten; weil er es zweimal verkaufte flog die Sache auf. Ein andernmal fand JPlag identische Programme, doch der eine Autor schwor, garantiert alles selbst gemacht zu haben. Schließlich gestand der andere, dass er das Programm mittels USB-Stick vom Laptop des ersten gestohlen hatte, als dieser in der Bibliothek daran arbeitete und kurz auf die Toilette musste" berichtet Snelting. Und was ist, wenn jemand heimlich seinen großen Bruder anheuert oder gegen Geld einen Inder im Netz? "Wir erwägen ähnlich wie bei der Rauschgiftfahndung, Lockangebote einzusetzen und auf einschlägigen Webseiten zu inserieren: `Schreibe günstig Java-Programme nach KIT-Vorgaben ...' ", so Prof. Snelting. JPlag ist kostenlos, arbeitet als Webservice und steht allen interessierten Benutzern zur Verfügung.

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